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Ute Maria Lerner

Eigene Produktionen

Arrivederci Roma

29.07.2016

ARRIVEDERCI ROMA!

Ute Maria Lerner, Johannes Lemke und Mario Mammone (duo lirico) in the wonderful world of BOFFI DESIGN

Ute Maria Lerner, selbst bekennende Rom Liebhaberin präsentiert einen literarischen Spaziergang durch die ewige Stadt Rom u.a. mit Federico Fellini, Franca Magnani, Johann Wolfgang Goethe; Ennio Flaiano, Natalia Ginzburg, Klaus Brill, Giuseppe Gioachino Belli, Barbara Alberti und Gianpaolo Morelli.

Einem jeweils aktuellen Beitrag aus Rom des Italien Korrespondenten Paul Kreiner, der u.a. für den Tagesspiegel, die Hannoversche Allg. Zeitung aus Italien berichtet.

Musikalisch begleitet wird die Schauspielerin von den beiden Musikern des “duo lirico“ Mario Mammone (Gitarre) und Achim Schroeter (Klarinette).

Lebenslauf Achim Schroeter

Lebenslauf Mario Mammone

Interview mit Ute Maria Lerner

Photos by KAPE SCHMIDT


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Zitate über Rom
“Rom, caput mundi, die Hauptstadt der Welt, wie die Metropole der Cesaren und Päpste zweitausend Jahre lang genannt wurde, eine terra magica, das besondere an dieser Stadt ist, neben der Tatsache Hauptstadt Italiens und des Weltkatholizismus zu sein, der Umstand, das die abendländische Kultur zwar nicht nur von Ihr erschaffen und geprägt wurde, sondern dass sie einen Fülle von Erinnerungen über die irrwitzigen Zeitläufe hinweggerettet hat.“(H. A. Niederle)

Aus einen Interview mit Ettore Scola zu seinen Film Gente di Roma (deutscher Kinostart Jan. 2005).
...Die Hauptstadt ist immer noch eine harte Nuss, voller Fallen und ziemlich gefährlich für die, die sie präsentieren wollen: der Exhibitionismus und Stolz des römischen Lebensgefühls, seine besserwisserische ’Trastevere’-Haltung zieht den Hass des Rests des Landes an.


Aber was denkt Ettore Scola über Rom?
„Ich stimme Giulio Carlo Argan zu. ’Rom ist eine Schale voll Haferflocken mit Milch, die über den Tisch verschüttet ist.’ Das sagte er einmal zu mir mit einem deprimierten Ton in der Stimme, als er noch Bürgermeister der Stadt war. Rom ist schön, quirlig und grausam. Aber am meisten interessierte es mich, Rom aus einem ’anthropologischen’ Blickwinkel zu zeigen, eine Übung, umso komplexer und vielfarbiger durch den Zustrom von Tausenden von Einwanderern – Chinesen, Nordafrikaner, Schwarzafrikaner, Polen und Rumänen – die in der Hauptstadt ankommen und versuchen, sich zu integrieren.“
Der Film zeigt eine Toleranz von Seiten der Römer gegenüber Einwanderern. Etwas, das sich vollkommen von dem unterscheidet, was in anderen Städten Italiens vor sich geht.
„Es gibt tatsächlich mehr Integration zwischen Immigranten und Einwohnern in Rom, als im Rest Italiens. Vielleicht weil die Geschichte diese Stadt immer wieder Invasionen, Okkupationen und Befreiungen ausgesetzt hat. Rom hat sich eine spezielle Kultur von Gastfreundschaft erarbeitet, die den Geist ihrer Einwohner erfüllt, die sich selbst als Ausländer unter Ausländern sehen.“
Also sind die Römer toleranter?
„Man könnte sagen, dass ihre Jahrhunderte alte Lässigkeit zu einem positiven Charakterzug werden kann, der sich als eine kluge Form von Toleranz erweist.
Anstatt einen Dialog mit Ausländern zu beginnen, ’romanisieren’ die Römer sie bis zu einem gewissen Punkt, an dem die Fremden manchmal die gleichen Haltungen und Charakteristika annehmen wie ihre Gastgeber.“


La dolce vita & Hollywood sul Tevere

Innerhalb weniger Jahre wurde Rom zum Protagonisten in der
internationalen Welt, zum Anziehungspunkt für den internationalen Jet-Set. Hollywood entdeckte Cinecittá als billigen Produktionsort und Rom als idealen Schauplatz monumentaler Filme. Die amerikanischen Stars, die deshalb nach Rom kamen, wollten gar nicht mehr fort und genossen das milde Klima; die Cafés wurden zu Treffpunkten von Dichtern, Schriftstellern, Malern, Schauspielern und Regisseuren.


Mit seinem Film La dolce vita, einer genialen Erfindung Fellinis, brachte Fellini zugleich das Lebensgefühl der fünfziger Jahre in Rom zum Ausdruck, und hat damit den Mythos geschaffen, der bis heute unser Bild Italiens und Roms prägt.

 

“Mir scheint, dass einer der Gründe, vielleicht sogar der wichtigste, die Rom daran hindern, einen Stadt der großen Laster zu sein, der zutiefst familiäre Charakter dieser Stadt ist, selbst in der Verderbtheit.
Dieser Charakter speist sich aus der Tatsache, dass Rom ein Agglomerat von großen, zur Peripherie hin scheußlichen Dörfern ist, alle um den antiken Kern herum. Dörfer, bewohnt von Emigranten der ersten oder zweiten Generation, die ihre provinziellen Sitten und Gebräuche beibehalten haben. So nimmt jedes große Laster in Rom die Merkmale eines Zeitvertreibes an, der, sobald die erste Neugier gestillt ist, langweilig wird.“
Aus: Blätter von der Via Veneto von Ennio Flaiano, Fellinis Drehbuchautor auch von La dolce vita

La Dolce vita:
Marcello: “Verzeihung, ich habe das Gefühl, ich bin ihnen schon irgendwo einmal begegnet.
Die Frau: Schon möglich, ich arbeite, vielleicht haben sie mich irgendwo in einem Büro gesehen!
Marcello: Was denn, sie arbeiten? “

Fellini: “In Rom haben die “Dinge“ auch ihre eigene Persönlichkeit, ihr eigenes Leben. So die Wolken in Form von Schiffen, dicke Wolken mit vollen Bäuchen, Wolken, die feurigen und schönen Haremsdamen gleichen, in schmachtenden Stellungen ausgebreitet, Grüppchen von kleinen goldenen Wolken, die während Stunden am Himmel paradieren, hungrige zerstückelte Wolkenfetzen, voll von klaffenden Löchern...

Rom ist eine Mutter mit einer Art von gleichgültiger Mütterlichkeit, die sie sehr attraktiv macht. Sie hat viele Söhne und nicht Zeit, sie alle an ihr Herz zu drücken: Zwischen Weisheit und Indifferenz, zwischen Bewusster Entsagung und jener Haltung das ist mir Wurst- das ist Rom: Am Montag Gleichgültigkeit, am Dienstag Weisheit, am Mittwoch Zynismus, am Donnerstag Mitleid, freitags isst man Fisch, samstags Kutteln...und am Sonntag kann man dieses Interview lesen.
“Aus L´Espresso Jan. 1972“

Man kann in Rom leben und Rom lieben, vorausgesetzt, man verlässt die Stadt immer wieder einmal, ist immer mit einem Fuß auf der Flucht, und kann dann mit neuer Liebe zurückkommen und sich dieser Ideologie anpassen, die es ihr möglich macht, sich jede Kritik großzügig einzuverleiben und in ständigem Widerspruch zu leben; Giordano Bruno auf dem Scheiterhaufen zu verbrennen und ihm dann ein Denkmal zu errichten. Ich werde nie eine friedliche Beziehung zu Rom haben, aber dieses Geständnis ist schon ein Zeichen von Liebe.
Luigi Malerba (geb. 1927 in Bercato bei Parma, lebt in Rom)

Das ist Rom: Fröhlich, planlos, immer kurz vor dem Bankrott, aber es kommt nie soweit. Rom ist wie eine Hummel: ein Insekt mit einem großen, schweren Körper und winzigen Flügeln. Den Gesetzen der Aerodynamik zufolge dürfte die Hummel gar nicht imstande sein zu fliegen, aber da sie, die Hummel, die Gesetze der Aerodynamik nicht kennt, fliegt sie trotzdem. Luciano di Crescenzo

“... Römer lassen sich also grundsätzlich in vier Kategorien einteilen, die natürlich auch in allen Mischformen existieren: als Schauspieler, Priester, Vielfrasse und Politiker. Aber da gibt es noch eine fünfte Gruppe, die das apokalyptische Bild, was ich von dieser Stadt gezeichnet habe, wenigstens etwas freundlicher macht: Le belle donne, die schönen Frauen von Rom.
Als ein Zentrum der Film und Theaterwelt übt Rom große Anziehungskraft auf alle schönen Mädchen aus, die unser land hervorbringt. Schätzungen zufolge gibt es hier mindestens 3000 Schöne um die zwanzig, die Schauspielerinnen werden wollen und auf der Suche nach einer Rolle sind. Obwohl die Filmindustrie heute wenig Arbeitsmöglichkeiten bietet, liefern in Rom
Die Schauspielschulen jedes Jahr neue Talente. Nur ein knappes Duzend von diesen Mädchen wird Erfolg haben, die eine oder andere wird einen Politiker heiraten, und alle übrigen werden selbst wieder Schauspielschulen eröffnen, und auf diese Weise dafür sorgen, dass all die Nachwuchstalente, die niemals in einem Drama ein Rolle spielen werden, wenigstens am eigenen Leib erfahren werden, was ein Drama ist. Ich hoffe, damit ist klar geworden, dass Rom die schönste und lebenswerteste aller Städte ist. Aus Römer, und damit basta! Luciano di Crescenzo.

 
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