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Ute Maria Lerner

Eigene Produktionen

DIVA Istanbul

29.07.2016

Schillernd, schlampig, unberechenbar, kokett

DIVA Istanbul

Ein literarisch-musikalischer Abend über Istanbul

Premiere: 16. November 2013, Köln

Ort: Bürgerzentrum Ehrenfeld
Venloerstrasse 429
Beginn 20 Uhr
Eintritt: 10 Euro

Ute Maria Lerner wird bei dem literarisch-musikalischen Istanbul Abend : DIVA Istanbul von Suat Sayilik (Saz/Baglama) und Ralf Werner (Cello & Loops & Komposition) begleitet.
Der Wuppertaler Suat Sayilik ist seit Jahren im Bereich Weltmusik und als Produzent türkischer Musik aktiv. Ralf Werner vertont seit 1995 Weltliteratur im In- und Ausland, vor allem mit dem Ensemble DIE KULTURTECHNIKER (www.kulturtechniker.net). Beide bereichern die Lesung mit modernen europäisch-türkischen Klängen.

 

Istanbul

Foto: © Andrea Künzig mit freundlicher Genehmigung

Istanbul, die 3000 Jahre alte Diva am Bosporus hat schon viele Namen getragen, Roma Nova, arabische Händler nannten sie Schehir –i-azima-großartige Stadt, nach der otomanischen Eroberung 1453 hiess sie zeitweise Islambol, die Wikininger nannten sie Miklagard, die Byzantiner Byzanz, und bis in die zwanziger Jahre des letzten Jahrhunderts hiess sie sowohl Stamboul als auch Constantinopel. Am 28. März 1930 bekam sie offiziell den Namen verliehen, den sie seit dem 10.Jahrhundert schon kannte: Istanbul. Istanbul, aus der griechischen Sprache geboren, in der eis- ten -polin einfach nur die Stadt bedeutet.
Diese Stadt, Moloch, Oase, der-i-saadet -Tor der Glückseligkeit, Auge der Welt, Zufluchtsstätte des Universums, Metropole zwischen den Welten ...
Ungeheure Wandlungen hat sie durchgemacht, und macht sie auch weiterhin durch. Das faszinierenste ist wohl, das es die einzige Metropole ist, die auf 2 Kontinenten liegt. Möge das Nazar Auge also über diese Stadt wachen, die so viele Gegensätze zu vereinen vermag.
Oder ist sie nur der Spiegel, der diese extremen Gegensätze einfängt und reflektiert. Das Auge des Betrachters bestimmt, was das Auge sieht, sehen kann, denn es vermag immer nur das zu sehen, auf das es seine Aufmerksamkeit richtet. So ist die Wahrnehmung immer selektiv und die Wahrheit nur eine von vielen Wahrheiten. Der Blick auf die Stadt aus den Augen eines Simitci; -eines Sesamkringelverkäufers aus Anatolien sieht anderes aus als der Blick eines Geschäftsführers im Ciran Palace, einer Studentin an der Bilgi Universität, eines Künstlers in Beyoglu, einer Hausfrau in Üsküdar, einer Boutiquenbesitzerin in Nisantisi, eines Muezzin in Üsküdar oder eines Schuhputzers am Galataturm, eines Immobilienhändlers in Sisli, ….so könnte man unendlich fortfahren…...
Orient und Okzident sind durch Brücken verbunden, manche Gegensätze ,seien sie religiöser, politischer oder materieller Natur lassen sich wohl nicht verbinden, sie sind zunächst einfach da, und gehören doch alle zu dem einen Ganzen, gehören zur DIVA Istanbul.
Was macht eine DIVA aus? Dass sie fasziniert, unnahbar ist, angehimmelt wird, und trotzdem lauenhaft und exzentrisch sein kann , aber wenn man ihr verfällt, verfällt man ihr.

Dem Bosporus kommt eine große Bedeutung zu, vielleicht ist er ja das Herz dieser Stadt ?
Wie kann sich der Betrachter einer solchen Stadt überhaupt näheren?
Auch hier hängt es vom Auge des Betrachters ab. Ute Maria Lerner , selbst der Faszination dieser Stadt erlegen, und wie sie jüngst von der Astrokartografin Angelika Maria Winz erfuhr ,läuft eine ihrer vier Mondlinien genau durch diese Stadt.

O- Ton Ute Maria Lerner: Istanbul ist mein bereits 4. literarisch -musikalisches Städteportrait, und wieder habe ich mich gefragt, wie schwingt diese Stadt, was sind meine Assoziationen dazu, und wie bei Barcelona und Roma auch, war mir klar, Istanbul ist auch weiblich, ….mit einer 3000 Jahre alten Diva wird sie ja manchmal verglichen, der aber an und ab die alte Wimperntusche über die Wangen läuft. Das Istanbul der Schriftstellerin Elif Shafak zum Beispiel ist keine “demütige Kreatur“, Istanbul muss also eine “Sie“ sein sagt Elif Shafak.
Ich habe
Stimmen und Betrachtungen ausgewählt von Journalisten, Kreativen und Schriftstellern. Es geht um den poetischen Moment, das in Worte und Bilder fassen was die Stadt ausmacht, der Gefühle, die diese Stadt beim Betrachter auslöst, die Energien auch, die sie in den dort Lebenden freisetzt. Es ergeben sich wie beim Mosaik Fragmente, Farben und Formen und Gerüche.
“Und so ist dieses Projekt auch wieder ein Spiegel für das, was mich persönlich zur Zeit beschäftigt, sagt Ute Maria Lerner, nämlich die Frage der verschiedenen Realitäten und Dimensionen. Was ist real, was ist wahr , welche Wahrheit ist wahr, wie viele Wahrheiten können nebeneinander existieren, wie entsteht überhaupt Realität? Nur durch das Auge des Betrachters? Und welches Auge sieht was?

Darüber hinaus hat Ute Maria Lerner von in Istanbul Lebenden durch den “sinnlichen Fragebogen“ ganz persönliche Antworten zu dieser Stadt erhalten.

Text: © Ute Maria Lerner 2013

diva

© SuzaS Photographie

In Kooperation mit:

 

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